Das Sony Xperia 10 VII im Test – Leicht, aber nicht leichtfertig


Das Sony Xperia 10 VII ist ein Smartphone der Mittelklasse, das auf den ersten Blick vor allem durch sein geringes Gewicht und seine kompakten Abmessungen auffällt. Im Labortest zeigt sich jedoch schnell, dass dieses Gerät einige Kompromisse eingeht, die potenzielle Käufer genau kennen sollten.

Design und Verarbeitung: Leichtbau mit Schwächen

Mit nur 168 Gramm und den Maßen 153 x 72 x 8 Millimeter gehört das Xperia 10 VII zu den handlichsten Smartphones auf dem Markt. Sony setzt dabei konsequent auf Kunststoff – sowohl für die Rückseite als auch für den Rahmen. Das macht das Gerät zwar sehr leicht, lässt es aber gleichzeitig weniger hochwertig wirken als Konkurrenzmodelle mit Glas oder Metall. Positiv hervorzuheben ist die IP68-Zertifizierung, die das Smartphone zuverlässig vor Staub und Wasser schützt. Wer also ein robustes, leichtes Gerät sucht, findet hier einen soliden Begleiter – auch wenn die Haptik nicht mit Oberklassegeräten mithalten kann.

Display: Flüssige 120 Hz, aber dicke Ränder

Das 6,1-Zoll-OLED-Display löst mit 1.080 x 2.340 Pixeln auf und bietet erstmals in dieser Modellreihe eine flüssige 120-Hz-Bildwiederholrate. Das ist für die Mittelklasse durchaus zeitgemäß. Weniger modern sind hingegen die breiten Displayränder: An den Längsseiten messen sie fast drei Millimeter, an den Stirnseiten sogar fünf Millimeter. Sony rechtfertigt dies mit echten Stereolautsprechern ober- und unterhalb des Displays – ein klarer Vorteil für Medienkonsumenten. Andere Hersteller schaffen allerdings schmalere Ränder bei vergleichbarer Audioqualität.

Die gemessene Helligkeit von 630 Nits im Alltag ist gut, der Boost von 964 Nits könnte jedoch höher ausfallen. Die Kontraste sind ordentlich, aber nicht herausragend. Insgesamt liefert das Display solide Mittelklasse-Ware ohne große Schwächen, aber auch ohne echte Highlights.

Leistung: Ausreichend für Alltag, schwach für Gaming

Im Inneren arbeitet ein Snapdragon 6 Gen 3, der Ende 2024 vorgestellt wurde. Für alltägliche Aufgaben wie Surfen, E-Mails, Streaming oder soziale Netzwerke reicht die Leistung völlig aus. Wer jedoch anspruchsvollere Spiele spielen möchte, wird schnell an die Grenzen des Chips stoßen. Hier bieten Geräte wie das Xiaomi Poco F6 deutlich mehr Dampf. Die 8 GB RAM und 128 GB Speicher (davon nur 102 GB frei nutzbar) sind für die Mittelklasse mittlerweile knapp bemessen – auch wenn eine microSD-Erweiterung möglich ist. Chinesische Hersteller wie Xiaomi oder Realme geben in dieser Preisklasse oft 256 GB Speicher vor.

Kameras: Hauptkamera überzeugt, Ultraweitwinkel enttäuscht

Die Zweifachkamera besteht aus einer 50-MP-Hauptkamera (die 12-MP-Fotos liefert) und einem 12-MP-Ultraweitwinkel. Bei Tageslicht gelingen mit der Hauptkamera sehr gute Aufnahmen mit natürlichen Farben. Auch bei Dunkelheit ist die Qualität noch ordentlich – besser als bei vielen Konkurrenten. Das Ultraweitwinkel hingegen ist selbst bei gutem Licht nur für Schnappschüsse zu gebrauchen und liefert unterdurchschnittliche Bilder. Die Kamera-App wirkt angestaubt und bietet kaum Zusatzfunktionen wie Makro oder Zeitraffer. Ein nettes Detail ist die separate Kamerataste im Rahmen, die ein wenig Systemkamera-Feeling vermittelt.

Software: Puristisch, aber mit langem Support

Sony liefert Android 15 aus und hat den Software-Support auf vier Jahre Updates plus sechs Jahre Sicherheitspatches erhöht – das ist lobenswert. Die Oberfläche ist nahezu natives Android, bietet wenig Zusatzfeatures (bis auf eine Seitenleiste). Leider fehlen auch weiterhin ein Always-on-Display und eine Gesichtserkennung. Die biometrische Entsperrung erfolgt nur über den seitlichen Fingerabdrucksensor. KI-Funktionen beschränken sich auf Gemini und Circle-to-Search; eigene Bild- oder Textbearbeitungs-KIs sucht man vergeblich. Hier bieten chinesische Hersteller deutlich mehr.

Akku: Überragende Laufzeit, langsames Laden

Der 5.000-mAh-Akku in Kombination mit dem kleinen 6,1-Zoll-Display sorgt für eine hervorragende Laufzeit von 19 Stunden und 19 Minuten im Test. Zwei Tage ohne Steckdose sind für die meisten Nutzer problemlos möglich. Das Aufladen erfolgt jedoch mit maximal 25 Watt – das ist selbst für die Mittelklasse wenig. Konkurrenten wie das Redmi Note 15 Pro laden mit 45 Watt. Entsprechend zäh geht es voran: Nach 34 Minuten sind erst 50 Prozent erreicht, volle 97 Minuten benötigt das Xperia 10 VII für einen kompletten Ladevorgang.

Fazit: Solide, aber nicht überragend

Das Sony Xperia 10 VII ist kein schlechtes Smartphone, wirkt aber in vielen Bereichen etwas aus der Zeit gefallen. Die lange Akkulaufzeit, das geringe Gewicht und die saubere Software sind Pluspunkte. Die mäßige Ladegeschwindigkeit, die schwache Ultraweitwinkelkamera und die geringe Ausstattung für den Preis von 449 Euro trüben das Gesamtbild. Mit 367 von 500 Punkten landet es nur auf „befriedigend“. Wer kein chinesisches Gerät kaufen möchte, findet hier eine Alternative – muss aber bewusst Abstriche machen.


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2026-04-03 09:42:23